GigaKombi-Chaos

Seit Wochen schallt mir in meinem persönlichen Bereich auf der Vodafone-Seite Werbung für die GigaKombi entgegen.
Was mir dabei immer wieder ins Auge springt, ist der Spruch „Nur für kurze Zeit: 10 GB zusätzlich“. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein.
Da mein Mobilfunkvertrag bei der Telekom bald auslaufen wird, schreite ich nun zur Tat. Ich will bestellen.
Also klicke ich auf „Verfügbarkeit prüfen“. Mein Browser öffnet ein neues Fenster, in dem mir erneut die Vorteile dieses Angebotes dargelegt werden. Auch wird mir dort versichert, dass dieses Angebot für mich bestellbar ist. Denn: Ich bin seit Jahren Kunde bei Vodafone und habe dort bereits Fernsehen und Internet.

Seite 1 – Hier beginnt die Suche nach der Bestellung.
Seite 2 – Das sieht ja fast zu gut aus, um wahr zu sein.
Seite 3 – Hier findet sich kein Hinweis mehr auf die versprochenen 14 GB.
Seite 4 – Hier endet die Bestellung, die man ohne Hilfe kaum abschließen kann.

Zusammengefasst bekomme ich also bei dem Vertrag Red M 14 GB monatlich für 27,79 Euro statt der mickrigen 4 GB. Das will ich haben!
Also wieder ein Klick auf „Jetzt bestellen“. Und wieder springt ein neues Fenster auf.
Bereits hier wird es ein wenig konfus. Hier ist nicht mehr die Rede von 14 GB. Hier wird nur noch von einer „Aktion“ gesprochen, bei der ich 2 GB geschenkt bekomme. Wo zum Henker sind denn nun die 14 GB geblieben?
Weder ganz unten und kaum lesbar im Kleingedruckten noch sonst wo auf der Seite wird mir erklärt, wie und ob ich an diese Super-Duper-Aktion mit den 14 GB komme.
Lediglich der reduzierte Preis von 27,79 Euro ist von den Versprechungen übrig geblieben.
Nun ja, ich gebe nicht so schnell auf. Also packe ich den Kram in den Warenkorb und mache mich an die Bestellung.
Auf der folgenden Seite ist man als unbedarfter Kunde aber vollends aufgeschmissen.
Etwas weiter unten werde ich gebeten, meine Zugangsdaten einzugeben. Das tue ich und laufe in eine Fehlermeldung. Ich bekomme kein Feedback, ich bekomme keine Erklärung.
Ich bin ratlos, denn ich habe diese Bestellung aus meinem zugangsgeschützten Kundenbereich bei Vodafone angestossen. Ich bekomme dieses sehr gute Angebot angeblich auch nur als Bestandskunde von Vodafone.
Warum zum Teufel stimmen denn meine Zugangsdaten nicht mehr? Klicke ich übrigens drei Mal auf „Login“, werde ich zu einer Fehlerseite geleitet, auf der etwas von technischen Problemen gefaselt wird und der Bestellvorgang wird komplett gelöscht.
Bisher habe ich diese Prozedur am Mac mit Safari durchgeführt. Da ich weiß, dass die Hilfefunktion der Vodafone-Site mit Safari erbarmungswürdig schlecht bis gar nicht funktioniert, weiche ich zur Sicherheit auf Windows 10 aus.
An diesem Punkt ist meine Bereitschaft, einen weiteren Vertrag mit Vodafone abzuschließen, merklich gesunken.
Und tatsächlich, unter Windows wird im Zugangsdaten-Feld auch ein Feld für „Hilfe“ angeboten. Diese „Hilfe“ ist aber so schreiend sinnfrei, dass die mich nicht weiterbringt. Sie leitet mich lediglich auf eine allgemeine Seite mit Fragen und Antworten um.
Ich beschliesse also, die Hotline anzurufen. Etwas, das ich eigentlich vermeiden wollte. Deshalb habe ich mich ja vor meinen Browser gehängt.
Nach drei Minuten in der Warteschleife habe ich eine junge Dame am Telefon, die mich nach der Schilderung meiner Probleme fragt „Warum bestellen Sie denn nicht einfach am Telefon?“.
Als wäre es vollkommen abwegig, eine Online-Bestellung durchzuführen. Oder als wüsste jeder, welch miese Benutzerführung Vodafone auf seiner Website betreibt.
Sie zeigt auch wenig Verständnis für mein Problem, denn es ist eigentlich alles ganz logisch. Jedenfalls für sie:
Ich muss – laut ihr – dort unten meine „MeinVodafone“-Zugangsdaten eingeben. Nicht meine „MeinKabel“-Zugangsdaten. Es sei doch vollkommen logisch, denn beides seien verschiedene Firmen. Habe ich bisher noch keinen Mobilfunkvertrag bei Vodafone, dann kann ich ja noch keine „MeinVodafone“-Zugangsdaten haben. Logisch, oder? Sie hat auch Recht, denn dort steht „Ich habe bereits ein MeinVodafone-Konto“.
Da ich aber bereits Vodafone-Kunde bin und dieses Angebot auch nur als tatsächlicher Vodafone-Kunde in Anspruch nehmen kann, komme ich im Leben nicht auf die Idee, dass MeinVodafone andere Zugangsdaten benötigt.
Bis gestern wusste ich auch nicht, dass ich bislang nur MeinVodafone-Kabel-Kunde war. Oder wie sich der Mist auch immer schimpft.
Und bis gestern wollte ich das auch nicht wissen. Denn Vodafone ist für mich Vodafone. Mir persönlich ist es scheißegal, wie das irgendwelche IT-Marketing-Experten hinbekommen, aber ich verspüre keinerlei Verlangen, mich um solche Begrifflichkeiten zu kümmern.
Deshalb hat mich die Hotline-Dame auch unfreiwillig auf die Lösung gebracht, denn ihr Verständnis war recht winzig: Ich muss auf der Seite weiter runterscrollen und mich als Neukunde anmelden. Wie gesagt, wenn man bereits Vodafone-Kunde ist, kommt man im Leben nicht auf die Idee, sich als Neukunde registrieren zu lassen.

Und was ist nun mit den 14 GB Volumen? Ich habe keine Ahnung. Ich VERMUTE – und hier kann ich eben nur vermuten, denn es gibt keinerlei Erklärung – dass ich nach erfolgter Anmeldung bei MeinVodafone mein MeinVodafone-Konto mit meinem MeinVodafone-Kabel-Konto zusammenführen kann. Denke ich.
Bei meinen Erfahrungen wird auch das in heillosem Chaos enden. Bei meinen Erfahrungen gehe ich inzwischen auch davon aus, dass es zur Erlangung des 14GB-Tarifes bestimmter Voraussetzungen bedarf, die man irgendwo versteckt hat.

Fazit
Die Benutzerführung bei Vodafone ist derart unterirdisch, dass man als unbedarfter Kunde vollkommen allein und angepisst zurückgelassen wird. Die Leute, die sich den ganzen lieben Tag damit beschäftigen, mögen das nicht verstehen, aber für die sind solche Seiten normalerweise niemals entworfen.